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Start der 53. Bad Hersfelder Festspielkonzerte mit Bach-Konzerten am 22. und 23. Juni
Am 22./23. Juni, beginnen die diesjährigen Bad Hersfelder Festspielkonzerte. Das vom künstlerischen Leiter Prof. Siegfried Heinrich zusammen gestellte abwechslungsreiche Programm bietet jeweils am Samstag und Sonntag um 16.00 Uhr insgesamt 14 Konzerte entweder in der Stiftsruine oder im Johann-Sebastian-Bach-Haus.
Die Konzertreihe beginnt mit zwei Konzerten jeweils in der Stiftsruine, die sich ausschließlich den Werken Johann Sebastian Bachs widmen. Das Familienkonzert am Samstag zeigt die heitere lebensfrohe Seite des großen Thomaskantors, denn er begegnet uns in vielen seiner Stücke als ausgesprochen humorvoller und sinnenfroher Mensch. In der volksnah heiteren Kaffeekantate skizziert er humorvoll-ironisch eine Szene aus dem bürgerlichen Leben der Leipziger. In der von Hugo Wieg aufbereiteten szenischen Aufführung geht es um Herrn Schlendrian (Tobias Bader), der versucht, seiner Tochter Liesgen (Sara Mengs) die Unsitte des täglichen Kaffeetrinkens abzugewöhnen.
Die Orchestersuite Nr. 3 zeigt Bach als perfekten Kenner musikalischer Tanzformen seiner Zeit. Die sehnsüchtige Air aus diesem Meisterwerk ist uns längst zum Ohrwurm geworden und hat unzählige Bearbeitungen erfahren. Im Konzert für Violine und Orchester in a-Moll wird die lebensfrohe Seite des Barocks erkennbar. Wahrscheinlich schrieb Bach dieses Violinkonzert für die Konzerte des Leipziger Collegium Musicum, welches er von der Geige aus leitete. Er selbst beherrschte dieses Instrument bis ins hohe Alter auf hervorragende Weise, wie ihm sein Sohn Carl Philipp Emanuel im Nekrolog bescheinigt.
Unter der Leitung von Prof. Siegfried Heinrich musiziert das polnische Orchester Sinfonia Silesia aus Kattowitz. Die Solovioline wird gespielt von Sofia Roldán-Cativa.
Am Sonntag ist der Hersfelder Festspielchor mit dem Magnificat in D-Dur zu hören. Auf dem Programm stehen außerdem die Orchestersuite Nr. 4, BWV 1069, und das Konzert für Violine und Orchester in E-Dur.
Das Magnificat in D-Dur ist Hauptwerk des Nachmittags. Es ist die einzige Vertonung des „Lobgesangs der Maria“ von Bach. Die Sätze verlangen eine von Bach selten geforderte 5-stimmige Vokalbesetzung, womit sie in die Nähe der h-Moll-Messe rücken. Mit einem festlich mit Trompeten, Pauken, Flöten und Oboen besetzten Orchester präsentierte Bach dieses Werk bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Thomaskantor 1723 seinem Publikum.
Die 4. Orchestersuite von Bach besteht aus einer Reihe von aus der französischen Musik stammenden Tanzsätzen, in denen Bach auch Elemente des italienischen konzertierenden Stils eingearbeitet hat. Sie entstand in seinen glücklichsten Jahren, was man auch hört, denn ihr lebendiges und zugleich festliches Pulsieren nimmt sofort gefangen. Barocke Lebensfreude versprüht ebenfalls das Konzert für Violine und Orchester in E-Dur. Das 17-minütige Stück zählt zum Repertoire aller großen Violinisten, da es hohe spieltechnische Ansprüche stellt.
Die Solisten sind Katharina Wildermuth (Solovioline), Lisa Rothländer und Julie Grutzka (Sopran), Anna Retczak (Alt), Stephan Scherpe (Tenor) und Xiao-Feng Cai (Bass). Der Hersfelder Festspielchor unter Leitung von Prof. Siegfried Heinrich wird wiederum begleitet vom Orchester Sinfonia Silesia Kattowitz.







